Tape Art oder die Kunst des Klebens__

Tape Art? - Um Missverständnissen vorzubeugen: es handelt sich bei diesem Projekt nicht um Kunst auf oder mit Kassetten- oder Magnetbändern. Nur was ist es dann?
Tape Art ist eine neue Art, den öffentlichen Raum zu gestalten. Ein Trend, der in Amerika bereits fest in der Street Art Kultur etabliert ist und im deutschsprachigem Raum, vor allem in Österreich, noch in den Kinderschuhen steckt. Tape Art ist eine urbane Kunstform, in der Bilder, Tags, Zeichnungen bis hin zu kompletten Portraits mithilfe von Tapes (Klebebänder) gestaltet werden. In den letzten beiden Jahren hat sich, vor allem von Berlin ausgehend, diese neue Kunstrichtung im Rahmen des Street Art Bereichs immer mehr etabliert. Mauern, Asphalt, Laternen, Strommasten, Portale oder Mülltonnen - mithin alles, an dem Klebebänder haften bleiben - erhalten mit den Mitteln der künstlerischen Intervention im öffentlichen Raum eine zusätzliche, über ihre bloße Funktionalität hinausgehende, und zugleich temporäre Widmung; ob als Gegenstand bewusster Provokation, des Aufzeigens gesellschaftlicher Missstände oder „lediglich“ zur Behübschung öffentlicher Plätze und Flächen. Das Tape Art das Stadium eines bloßen Trends auch in Europa bereits hinter sich gelassen hat, zeigt sich an mehr und mehr Künstler*innen der urbanen Street Art-Szenen, die sich die „Kunst des Klebens“ als Ausdrucksform ihres künstlerischen Schaffens zu eigen machen. Dort wo vorher mit Pinsel, Can, Quast oder Paint-Roller gearbeitet wurde, wird nun mit den unterschiedlichsten Tapes geklebt.

Ziel unseres Projekts ist, zunächst junge Künstler*innen mit dieser neuen Kunstform im Rahmen eines 6-tägigen Workshops experimentieren zu lassen. In einem zweiten Schritt werden währden dreier Tage von den Teilnehmer*innen unter Anleitung von Tape Art Artists aus Berlin Gebäude und Flächen in Golling und Kuchl beklebt. Aber warum gerade Golling und Kuchl? Im ländlichem Raum ist generell ein Mangel an zeitgenössischen Kunstformen, insbesondere im Bereich der Street Art, festzustellen. Natürlich ist dieser Befund durch ein singuläres Projekt nicht zu ändern. „Tape Art“ der Initiative „F.A.R.M. – Free Arts Regional Movement“, ein Kollektiv von 40 jungen Menschen, soll jedoch Anstoß sein oder zumindest ein erster Versuch, die Bevölkerung außerhalb der Stadt Salzburg vermehrt mit junger, sichtbarer Kunst im öffentlichen Raum zu konfrontieren. Dieser Weg soll jedoch auch nach Abschluss dieses ersten Street Art Projekts kontinuierlich beschritten und ausgebaut werden.

Workshop: voraussichtlich 14. Bis 19. Februar 2011
Arbeit im öffentlichen Raum: Ende März

Foto: Größtes Tape Art Gemälde, El Bocho, Stadtbad Wedding, Berlin

TERMINE


Workshop vom 14. bis 19. Februar

Intervention im öffentlichen Raum: Ende März, witterungsabhängig, voraussichtlich 25. bis 27. März 2011