KÖNIG ÖDIPUS__

Nach Sophokles


Wie viele Wörter reichen aus, um dem Leid von „vierhundert Kehlen“ Ausdruck zu verleihen? Kein Wort reicht aus. Es braucht die Geste. König Ödipus als moderner Krimi mit gehörlosen und hörenden SchauspielerInnen. Ein Theaterereignis, dass sich lustvoll an alle Sinne richtet.
Der hochaktuelle und überzeitliche Ödipus - Mythos um Liebesbeziehungen gegen die Norm, um dunkle Familiengeheimnisse, um Machtkämpfe, Mord, Verdrängung und Verblendung, aber vor allem um die Suche nach dem Sinn, ist atemberaubend und hochdramatisch und ein „Klagelaut aus vierhundert Kehlen“. Die Inszenierung macht u.a. auch dieses „Unaussprechliche“ sicht- und spürbar. Hier ist die Gebärdensprache, die Intensität der Geste, Dreh- und Angelpunkt. Sie korrespondiert mit Video, Musik, Wort, Laut-, und Körpersprache und ist der sinnliche Ausdruck des „Hören/Nicht-Hören - Wollens“ als Analogie zum „Sehen/Nicht-Sehen - Wollen“. Der Text „König Ödipus“ wird in einer neuen Weise sinnlich wahr- und erfahrbar.

Der Chor, welcher von Gehörlosen DarstellerInnen besetzt wird, ist traditionell Repräsentant einer Handlung im Wechselbezug der Protagonisten. Er zeugt für eine andere Weltordnung. Er begleitet das Geschehen, erzählt, kommentiert, dient als Ratgeber und Beobachter. Der blinde Seher Teiresias als Chorführer und „Nicht–Sehen-der“ sieht alles und vermittelt/übersetzt, was der Chor nicht hört. Aus dem Chor schälen sich auch die anderen Figuren (Iocaste, Kreon, Bote) heraus. Ödipus als Erlöser und gleichzeitig monsterhafte Kreatur steht alleine und behauptet sich.

CREDITS


Idee, Buch und Regie: Adele Kobald
Spiel: Torsten Hermentin, Gerda Gratzer, Gerard Es, Hildegard Starlinger, N.N.
Chor: gehörlose SchauspielerInnen N.N. (Zusammenarbeit mit dem Gehörlosenzentrum Sbg.)
Eine Produktion von Theater F.O.C.U.S.S.

TERMINE


Premiere: 27. April 2011, 20:00 Uhr
Weitere Aufführungen: 29./30. April 2011, 15./16. Juni 2011 jeweils 20:00 Uhr
ARGEkultur