Dokumentation __

In einem aufgelassenen Geschäftslokal in der Itzlinger Hauptstraße, direkt an der Bushaltestelle der Linie 3, entsteht dieses außergewöhnliche Projekt. Hier soll vom 1. bis 24. Dezember der "Warteraum für Winterreisende" eingerichtet werden. Immer um dieselbe Tageszeit ist die Tür dieses "Warteraums" für zwei Stunden geöffnet. Die eintretenden Anrainer – Passanten oder auf den Bus Wartenden – werden dort kleine, künstlerische Weihnachtswunder erleben. Im Stil eines Adventkalenders verbirgt sich jeden Tag ein neues Szenario hinter der Tür, je nachdem, welcher der zwölf teilnehmenden Künstler aus den Bereichen bildende und darstellende Kunst gerade die Tagesleitung innehat. Dabei wird nicht einfach Kunst in einen neuen Raum transferiert, sondern es findet eine Auseinandersetzung mit diesem sozialen Umfeld statt. Gleichzeitig bietet "Warteraum für Winterreisende“ einem breiten Netzwerk von Salzburger Kulturschaffenden die Möglichkeit zur Teilnahme, aber auch zur Vernetzung und zur Herstellung von Öffentlichkeit für ihre künstlerische Arbeit.

Eine Bushaltestelle am Stadtrand. Zehn Minuten scheinen eine lange Wartezeit. Da geht auf einmal eine Tür auf ... Herzerwärmende Theaterminiaturen lassen die Reisenden in eine andere Welt eintauchen. Ein Ofen, heißer Tee und täglich ein neues Wunder.
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Ein spezieller Warteraum. Jeden Tag vom 1. Dezember bis Weihnachten öffnet sich in den Abendstunden die Tür und bittet die Wartenden herein. Sie sind mitten drin in einem Adventkalender! ... Eintritt frei! Diese Wunder sind unbezahlbar!


Das Projekt „Warteraum für Winterreisende – ein Adventkalender“ wurde konzipiert und durchgeführt von „ohnetitel“, Netzwerk und Plattform für Theater-und Kunstprojekte.
In einem leerstehenden Geschäftslokal im Salzburger Vorort Itzling wurde, inspiriert durch den Standort direkt an einer Bushaltestelle, ein Warteraum eingerichtet, der während der gesamten Adventszeit zum Treffpunkt für Kunstschaffende und –schauende wurde.

Zu einer von „ohnetitel“ entwickelten räumlichen und konzeptionellen Vorlage (ein „Cechovscher“, d.h. zeitfremder, Warteraum, der für eine Stunde täglich geöffnet wird und zum Aufwärmen, Bleiben und Staunen einlädt; im Stil eines Adventkalenders ist das Programm jeden Tag anders und neu, angekündigt nur am selben Tag über den begleitenden Adventkalender im Internet) wurden Künstler/innen eingeladen, kurze, dramatische „Wunder“-Geschichten umzusetzen (in der Länge eines Busintervalls), erzählt oder dargestellt mit den Mitteln des eigenen Kunstfaches (Theater, Bildende Kunst, Film, Tanz, Musik, Foto, u.a.). An 24 Abenden entstand so ein theatraler Kosmos, weit über die Mittel des Theaters hinaus – in der Sprache der zeitgenössischen Kunst.
Von der Installation im Schaufenster zur Inszenierung von Schuberts Winterreise, von der russischen Küche zur raumverzerrenden Parallelwelt, über Lesungen, musikalische Einlagen, theatralische Interventionen sowie trickreiche Eigenkonstruktionen, Schattenspiele, Internet-Krimi und vielem mehr...

Beteiligte Künstler/-innen:
Walter Anichhofer, Thomas Beck, Elisabeth Breckner, Josef Böhm, Daniela Canale, Dorit Ehlers, Fernando Elias, Gerard Es, Tomas Friedmann, gold extra, Gunda Gruber, Erik Hable, Marion Hackl, Eva Heitzinger, Mirjam Klebel, Roland Kretzl, Johannes Kubin, Marianne Lang, Eva Musil, ohnetitel, Opernwerk, Raffaella Passiatore, Gerhard Patzelt, Gudrun Raber-Plaichinger, Barbara Reisinger, Joyce Rohrmoser, Gisela Ruby, Fritz Rücker, Christian Sattlecker, Silvia Schweinberger, Peter Sigl, Severin Weiser, Konrad Winter, Yoko Yagihara, Arthur Zgubic u.v.a.